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Von Fehmarn nach Göteborg

Drei Wochen, ein Ziel: Luna von Orth auf Fehmarn nach Bremerhaven überführen. Mit diesem Vorhaben begann im August 2019 unser erster großer Törn mit Luna. Die Route stand im Vorfeld noch nicht fest. Der schnellste Weg führte durch den Nord-Ostsee-Kanal, doch wir liebäugelten mit der großen Runde durch das Skagerrak oder der Abkürzung durch den Limfjord. Welche dieser Optionen wir am Ende wählen würden, machten wir abhängig von den vorherrschenden Wind- und Wetterbedingungen.

Als hätten wir es geahnt, machte uns der Wind schon vor dem ersten Ablegen einen Strich durch die Rechnung. Das für Samstagmittag geplante Ablegen mussten wir auf den Folgetag verschieben, denn es war Starkwind angesagt. Wir waren nicht traurig über die Verzögerung, denn so blieb uns mehr Zeit für Fischbrötchen. Beim Konzert am Hafenimbiss “Kap Orth” lernten wir unsere freundlichen Nachbarn kennen: Stefan und Vanessa hatte es mit ihrer “Ubonga” ebenfalls auf Orth eingeweht.

Am Sonntagabend hieß es für uns dann dann endlich „Leinen los“. Zu Dritt – neben Michael und mir war noch unsere Freundin Ange mit an Bord – setzten wir kurz nach dem Verlassen des Fehmarnsunds die Segel und fuhren Kurs Nord.

Luna segelt in den ersten Sonnenuntergang des Törns.

So verbrachten wir bei unserer ersten Fahrt auch gleichzeitig die erste Nacht auf See. Obwohl zwischendurch der Diesel unterstützen musste, waren die Nachtwachen sehr angenehm. Michael und ich wechselten uns im Drei-Stunden-Rhythmus ab und mussten uns im Grunde nur auf den regen Verkehr „Dicker Pötte“ im Fehmarnbelt sowie im Langelands Belt konzentrieren. Wir hielten jedoch immer ausreichend Abstand zu ihnen. Mit dem Morgengrauen gönnten wir dann dem Diesel endgültig seine Nachtruhe und segelten in den Sonnenaufgang.

Im Laufe des Vormittags legten Wind uns Seegang wieder zu. Es folgte die erste Lehre unserer Tour: auf ausreichend Schlaf bei Nachtfahrten achten. Ich hatte mich nach meiner zweiten Wache, die um sieben endete, nicht nochmal hingelegt. Es stellte sich Müdigkeit ein, die in Kombination mit dem stärker werdenden Seegang erste Symptome der Seekrankheit zutage förderte. Michael erging es wenig besser. Glücklicherweise hatte Ange die Nacht über mehr geschlafen und steuerte uns nun mit Bravour durch den Großen Belt. Am Montagnachmittag schließlich machten wir in Ballen auf der Insel Samsø fest. Es folgte, was folgen musste: dänisches Softeis am Sandstrand. Am Abend ließen wir bei Wein die erste Fahrt Revue passieren und verabschiedeten uns früh in die Kojen.

Wir segeln mit Luna durch den Offshore-Windpark Anholt

Die folgenden Tage folgten einem festen Muster: nach dem Aufstehen begaben wir uns rasch auf den Weg zum nächsten Zwischenziel. Bei hervorragenden Bedingungen machte Luna gut Strecke, sodass wir binnen drei Tagen via Grenaa und Anholt nach Schweden segeln konnten. Unterwegs beeindruckte uns nicht nur die Fahrt zwischen den zahlreichen Windrädern des Offshore-Windparks Anholt, sondern vor allem auch die mitten im Kattegat liegende Insel selbst mit ihrem Sandstrand und ihrem klaren Wasser.

Am Donnerstagnachmittag schließlich erreichten wir Schweden. Wir wollten die erste Nacht eigentlich direkt in den Schären festmachen. Aufgrund der schlechten Bedingungen entschieden wir dann doch doch lieber einen Hafen aufzusuchen. Wir übernachteten in der Marina von Lerkil, wo wir einen kleinen Vorgeschmack auf die kommenden Tage in den schwedischen Schären bekamen. Am Freitagvormittag spazierten Michael und ich zunächst über die Felsen in der Nähe der Stadt. Ange versank derweil im Cockpit in ein Buch. Nachdem wir dann gegen Mittag unsere Liegegebühr entrichtet hatten, verließen wir Lerkil.

Schärenlandschaft in Lerkil

Durch die wunderschöne Schärenlandschaft setzten wir die Fahrt gen Göteborg fort. Die Bedingungen waren gut, wir musste lediglich die Fock setzten. Am Nachmittag erreichten wir schließlich das erste Zwischenziel unserer Reise: Göteborg. Wir machten im „Royal Gothenburg Yacht Club“ fest, der uns für die kommenden Tage Unterkunft bot. Neben einem Wechsel in der Crew – Ange musste zurück nach Deutschland, Franzi und Martin sollten neu an Bord kommen – standen einige Arbeiten am Boot an.

Luna liegt sicher im „Royal Gothenburg Yacht Club“