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Logbuch

Langsam wird’s ernst

Unsere Jobs sind gekündigt, der Auszug geplant, und auch die ersten Einladungen für die Abschiedsfeier sind raus: Langsam wird’s ernst. In einem halben Jahr wollen wir auf Langfahrt gehen, und obwohl wir fleißig unsere To-Do-Liste abarbeiten, kommen immer neue Punkte dazu. Wahrscheinlich wird die Lage erst besser, wenn wir endlich die Leinen loswerfen – doch bis dahin bleibt noch so viel zu tun.

Andi schlägt sich mit dem Telefonhörer durch den Paragrafendschungel: Wie erklärt man den Ämtern, dass man Deutschland für mehrere Jahre den Rücken kehren möchte? Kann man freiwillig in der Rentenversicherung bleiben – und falls ja, lohnt sich das überhaupt? (Wir freuen uns über sachdienliche Hinweise in den Kommentaren). Für Aussteiger auf Zeit gibt es zwar eine Fülle von Ratgebern, aber am Ende bleibt stets die Sorge, doch einen wichtigen Punkt vergessen zu haben, der die ganze Reise gefährden könnte.

Unterdessen paukt Michael für das „Long Range Certificate“ – das ist ein Funkzeugnis für Kurzwellenfunkgeräte. Außerdem lässt er sich in einem Abendkurs erklären, wie man Metall schweißen, schneiden und löchern kann. Das alles wollen wir Luna zwar ungern antun. Aber wer weiß schon, ob wir unsere neuen Fähigkeiten nicht doch irgendwann brauchen.

” Wer würde schon seinen sicheren Job aufgeben, um stattdessen mit einem Boot ins Blaue zu fahren?”

Überhaupt kann man gar nicht genug vorbereitet sein: Den Erste-Hilfe-Kurs haben wir schon hinter uns (Bericht folgt), das Überlebenstraining auf See bei der Marine steht noch an. Natürlich gibt es am Boot auch noch viel zu tun (mehr dazu demnächst), aber langsam dämmert uns, dass unser Plan tatsächlich Realität werden kann.

Mut machen die Reaktionen von Freunden und Kollegen. Wir hätten damit gerechnet, für verrückt erklärt zu werden: Wer würde schon seinen sicheren Job aufgeben, um stattdessen mit einem Boot ins Blaue zu fahren?

Tatsächlich reagieren die meisten Menschen erstaunlich positiv, wenn sie von unserer Reise erfahren. Mit den Fragen unserer Freunde könnte man schon eine ganze Sektion auf dieser Webseite bestreiten: „Wie lang seid ihr unterwegs?“, „Wie geht ihr auf hoher See aufs Klo?“ oder „Habt ihr keine Angst vor Riesen-Oktopussen?“. Es hilft nichts: Wir brauchen wohl eine Q&A-Sektion – noch so ein Punkt für die To-Do-Liste!

Natürlich gibt es auch Leute, die ehrlich sagen, dass sie mit unserer Idee überhaupt nichts anfangen können. Mehr überrascht hat uns aber ein anderer Satz, der erstaunlich oft fällt, wenn wir von unserem Vorhaben erzählen. Vorgestern ist es wieder passiert, beim letzten Bier, kurz vor dem Abschied. Er lautet: „Was ihr macht, würde ich auch gerne machen.“

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